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leise rieselt der Schnee - ähm, nein! leise knallt die Sonne!!!

Autor: Alena | Datum: 01 Februar 2013, 10:33 | Kommentare deaktiviert

Während ihr momentan wahrscheinlich die Heizungen auf Stufe 5 gestellt habt und euch mit Schal, Mütze und Handschuhen gegen Schnee und Kälte wappnet, genieße ich gerade die wunderbaren Sonnenstrahlen in den Usambarabergen.
Weihnachten ist nun schon ein Weilchen her und trotzdem möchte ich euch nachträglich in  meine Erlebnisse der tansanischen Weihnachtstraditionen einweihen.
Weihnachten bei Sonnenschein - ein Weihnachten, das mit Sicherheit ANDERS ist. Kurz vor Weihnachten tauchten überall glitzernde, kitschige und mit wirklich allem behangene Weihnachtsbäume auf und auch die kleinen Geschäfte ließen es sich nicht nehmen, Lametta in allen erdenklichen Farben zu verkaufen. Überall blinkten bunte Lichterketten und das Dudeln von diversen Weihnachtslieder erklang den lieben langen Tag aus allen nur erdenklichen Winkeln. Am 23.12. hieß es dann Koffer packen, denn Maria, meine Mitbewohnerin hatte mich eingeladen, mit ihrer Familie in Tanga Weihnachten zu verbringen. Es war ein sehr chilliges Weihnachten. Vorweihnachtsstress? Fehlanzeige! Geschenke-besorungs-Terror? Fehlanzeige! Irgendwelche Pläne? Fehlanzeige! So fuhr ich gemeinsam mit Maria nach Tanga ohne eine Ahnung zu haben, was denn nun auf mich zukommen würde. Wenn in Deutschland der 24.12. einer der besondersten Tage im Jahr ist, so ist es in Tansania im Prinzip ein Tag wie jeder andere. Die Geschäfte haben geöffnet und alles läuft seinen gewohnten Gang. Nur in den Hinterhöfen wird eifrig ein Haufen Gemüse geschnitten, Mengen an Reis, Früchten und Fleisch heran geschafft und die Töpfe zum Dampfen gebracht. Um 12 Uhr ging es dann in die Nachtmesse. Ja, da Maria katholisch ist, waren es nicht nur meine ersten tansanischen Weihnachten, sondern auch meine ersten katholischen. Der Bischof der Dioziöse persönlich hielt die Messe. In der Messe summten leise die Ventilatoren an der Decke, die Menschen schwitzten vor sich hin, der Messdiener schwenkte eifrig seinen Weihrauch, die Gemeinde kniete, saß und stand in regelmäßigen Abständen, drei überladene Glitzer-Weihnachtsbäume zierten den Altar und der Bischof hielt die Predigt der heiligen Nacht. An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich die katholischen Traditionen akzeptiere und anerkenne, ich selbst jedoch von Kopf bis Fuß evangelisch geprägt bin und einige Bräuche daher für mich ein wenig befremdlich oder eher ungewohnt sind.

es glitzert - es leuchtet - es ist überladen - ja, es ist einTannenbaum!

(Glitzer-Kitsch-mit-allem-beschmückter-Weihnachtbau)

Am nächsten Morgen ging es dann zur zweiten Messe. Anschließend folgten weitere Essensvorbereitungen und reges treiben auf den Straßen und auch die Geschäfte hatten weiterhin geöffnet. Erst am Abend kam die ganze Familie zusammen. Es wurde gut und viel gegessen, die Kinder bekamen Sodas und die Erwachsenen tranken ein Glas Wein oder ein Bierchen. Für mich war es ein wirklich anderes Weihnachten, dass ich für mich nicht als besser oder schlechter bewerten kann und auch nicht will.

ein Stößchen an Weihnachten

(Stößchen!)

Drei Dinge möchte ich allerdings noch erwähnen:
Besonders in Tanga gibt es einen hohen Anteil an muslimischen Bürgern. Das Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen ist in Tansania nicht immer so ganz einfach und führt immer wieder zu Konflikten, allerdings habe ich noch nicht genug Informationen zu dem Thema, um mir darüber an dieser Stelle ein Urteil erlauben zu dürfen. Ich habe allerdings an Weihnachten die Erfahrung gemacht, dass die muslimischen Nachbarn Weihnachten als hohen Feiertag der Christen akzeptieren, sie dazu beglückwünschen und sich mit ihnen freuen.
Das Thema Geschenke hat in Deutschland gerade bei den Kindern einen hohen Stellenwert. Kurz vor Weihnachten plagen sich alle mit den Gedanken, wem man nun was schenken will oder sogar muss. Ich habe es in Tansania sehr genossen, dass Geschenke an Weihnachten eigentlich nicht zur Tradition gehören. Ich habe zu dem Thema folgende Frage von einer Mama bekommen: Warum sollten wir uns gegenseitig beschenken? Ist die Geburt Jesu nicht Geschenk genug?
Eine weitere Tradition ist es, dass man Weihnachten nicht nur im Rahmen der Familie feiert. Nach dem Essen besucht man auch seine Nachbarn und Freunde, beglückwünscht sich und verbringt den Abend des 25. gemeinsam. Man sitzt gemeinsam am Straßenrand oder auf den Veranden der Häuser, quatscht, lacht und genießt den Weihnachtsabend.

Weihnachten und Neujahr sind passé und der Alltag hat mich nun wieder fest im Griff.
Meine Zusammenfassung der Gegenwart in 5 Worten für euch: Mir geht es sehr gut!