VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Alena | Anne | Annika | Augustin | Freddy | Janina | Lars | Lena K | Lena S | Luise | Maike | Manuel | Maren | Mona | Nele | Sebastian | Viola | Wiebke | Yasha

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Teil 1) Warum bin ich eigentlich weiß und nicht schwarz?

Autor: Alena | Datum: 08 Oktober 2012, 20:16 | Kommentare deaktiviert

Ihr lieben Zurückgebliebenen,
Es hat lange gedauert, aber jetzt kommen druckfrisch alle News aus meiner Welt hier in Irente!




Warum bin ich eigentlich weiß und nicht schwarz?

Das ist eine berechtigte Frage, denn allzu oft fühle ich mich hier wie ein seltenes Tier im Zoo. Da streicht mit ein junges Mädchen in der Kirche schüchtern durch mein Haar. Da will ein junger Mann in Lushoto unbedingt, dass ich seine Hand schüttele. Da rufen mir wildfremde Menschen „Mzungu!“, „Hey, sister!“ oder „Mambo!“ hinterher. Da kann ich mich vor Einladungen zum Essen nicht mehr retten, weil jeder möchte, dass ich zu ihm nach Hause komme... Auf der einen Seite ist es schön so begehrt zu werden und von den Menschen hier so freundlich empfangen zu werden, aber manchmal möchte ich einfach nur sagen: „Ey Leute, ich wohne hier für das nächste Jahr!“ Es ist einfach nirgendwo möglich ohne Aufsehen zu erregen über den Markt zu schlendern oder auch nur Klopapier zu kaufen! Aber daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen. Umso schöner ist das Gefühl dann, wenn mich in Irente jemand beim Namen ruft, stehen bleibt und sich mit mir kurz auf Kiswahili unterhält.

 Nach einer Zeit, in der ich nicht so ganz wusste, was ich machen sollte, in der sich die Tage wie Kaugummi gezogen haben und ich mich täglich gefühlte 1000 Mal gefragt habe, was mich damals geritten haben mag, mich bei der VEM für einen Freiwilligendienst zu bewerben, bereue ich es jetzt nicht im Geringsten hier zu sein. Und ich danke an dieser Stelle einfach mal ALLEN, die mir geholfen haben, dass mein Traum Realität werden konnte.
So, und jetzt seid ihr bestimmt neugierig auf ein paar Infos über meinen Alltag. Ja, mittlerweile kann ich mit Stolz sagen, dass so etwas wie Alltag eingekehrt ist. Die Arbeit in der Irente Rainbow School macht mir großen Spaß. Im Moment hospitiere ich noch jede Woche in einer anderen Klasse und lerne Menschen, Schule und ihre eigenen Sitten besser kennen. Zu den Kindern habe ich schnell einen guten Draht gefunden und sie jetzt schon in mein Herz geschlossen. Besonders gut, gefällt mir bis jetzt die Arbeit mit den älteren Schülern. Neben den „normalen“ Unterrichtsfächern lesen, schreiben und rechnen, lernen die Schüler hier auch Feldarbeit, Kochen, Schreinern, Schneidern und viele andere alltagsnahe Fertigkeiten. Außerdem gibt es noch das Outreach-Programm. Bis jetzt habe ich aber leider noch nicht so ganz herausgefunden, was die genauen Aufgaben dieses Teams sind. Soviel ich bis jetzt weiß, fahren sie in die umliegenden Dörfern und leisten Aufklärungsarbeit und geben Hilfestellungen. Sobald mein Kiswahili besser geworden ist, würde ich wirklich sehr gerne in diesem Team mitarbeiten. Allerdings wurde mir schon angedroht, dass ich dann auch noch Kisambaa lernen müsse.
Die Kinder kommen mit dem Schulauto zur Schule. Nach diesem Jahr, weiß ich nun, wie viele Menschen wirklich in ein Auto passen!


Ansonsten bekomme ich viele Anfragen. So werde ich in Zukunft wahrscheinlich ein paar Lehrern Englisch, Deutsch und Gitarre spielen beibringen, ab und zu im Waisenhaus mitarbeiten und und und. Also keine Angst, Langeweile wird hier nicht aufkommen.
Zumal das Leben hier an sich für mich schon sehr Abenteuerlich ist. Manchmal fühle ich mich wie ein Baby, dass für die einfachsten Dinge Hilfe braucht:
Wie kann ich mich duschen?
Wie kann ich meinen Hunger stillen?
Wie kann ich mein Zimmer putzen?
Wie bekomme ich meine Wäsche sauber?
Wäsche wird hier mit der Hand gewaschen und braucht jede Menge Muskelkraft, denn mit Wasser vollgesogene Kleidungsstücke sind ganz schön schwer auszuwringen!

 

Teil 2) Drei Eindrücke zum neidisch werden!

Autor: Alena | Datum: 08 Oktober 2012, 20:14 | Kommentare deaktiviert

Die Sonnenuntergänge hier in den Usambarabergen sind einzigartig und wunderschön. Und die Nacht bietet eine klare Sicht auf den funkelnden Sternenhimmel. Ich habe noch nie so viele Sterne auf einem Haufen gesehen. Leider konnte ich diese nicht fotografieren, aber immerhin den Sonnenuntergang. Den Sonnenaufgang zu beobachten ist für mich persönlich unmöglich, da die Sonne hier gegen 6 Uhr aufgeht.



Der Blick, wenn ich meinen Fuß vor die Haustür setzte und die Luft hier ist so klar und schmeckt nach purer Natur!



Zwar nicht direkt vor meiner Haustür, aber ziemlich nah dran liegt der Irente View Point. Von verschiedenen Stellen aus kann man den Blick über ganz Tansania genießen.



Für den Fall, dass das Heimweh mal zu groß werden sollte, reicht es eine gute halbe Stunde zu wandern und einfach in diese unglaubliche Ferne zu blicken und schon wird das Heimweh ziemlich klein und das Fernweh steigt ins Unermessliche.

 

Teil 3a) Das Paradies beginnt mit einem Schuhkauf

Autor: Alena | Datum: 08 Oktober 2012, 20:12 | Kommentare deaktiviert

Vor zwei Wochen sind Maren und ich spontan für ein Wochenende nach Tanga gefahren. (Die Uni hat noch nicht bekommen und die Rainbow School war für 3 Tage geschlossen.) Vier Stunden lang ging es mit dem Dalladalla von Lushoto nach Tanga. Und auch hier mag man sich fragen, was und vor allem wie viel in so einen Dalladalla passt. Unter uns befand sich ein dicker Reissack, auf Marens Schoss saß ein fremdes Kind, in den Gängen quetschten sich die Menschen auf ausklappbare Sitze zu zweit oder dritt und irgendwo hinter uns gackerten vergnügt ein paar Hühner.
Unser Hotelzimmer war mit Meerblick inklusive wunderbaren, warmen Sonnenstrahlen.


Als wir dann durch die Stadt bummelten und den Supermarkt suchten, in dem man ein paar Luxusartikel für Europäer kaufen kann, liefen uns ein paar wunderschöne Flip Flops über den Weg. Und wer mich kennt, der weiß, dass es für mich unmöglich war an diesen Flip Flops vorbei zu gehen ohne sie zu kaufen. Nachdem es mir gelungen ist, die Flip Flops auf einen ordentlichen Preis runterzuhandeln, kamen wir mit den Verkäufern etwas ins Gespräch. So erfuhren wir, dass sie nebenbei noch Guides waren und am nächsten Tag einen Bootstrip auf die Toteninsel machen würden. Für einen unschlagbaren Preis lud er uns ein mitzukommen und da konnten wir natürlich nicht nein sagen. Wozu ein Schuhkauf doch alles nützlich sein kann, denn so machten wir am nächsten Tag Bekanntschaft mit dem Paradies.



...und weil wir uns auf einem „Touritrip“ befanden wurden die Kleidungsvorschriften kurzerhand für diesen Tag über Bord geworfen!
Das erste Ziel hieß Schnorcheln. Nachdem ich mich auch gründlich davon überzeugt hatte, dass beim Einatmen aus dem großen, dicken Strohhalm auch wirklich Luft und kein Salzwasser herauskommt, konnte ich bzw. wir eine Unterwasserwelt bestaunen, die ich sonst nur aus dem Aquarium kannte. Dank Marens wasserfester Kamera, könnt ihr an diesem Erlebniss Teil haben.

 

Finde den Seestern!

Autor: Alena | Datum: 08 Oktober 2012, 20:10 | Kommentare deaktiviert

 

Teil 3b)

Autor: Alena | Datum: 08 Oktober 2012, 20:07 | Kommentare deaktiviert



Danach ging es zu einer Sandbank, auf der wir uns AUSGIEBIG sonnten und dem Paradies ziemlich nahe waren! Außerdem gab es super leckeres Essen, von dem wir beide wohl etwas zu viel gegessen haben. Es gab Chapati, ein ziemlich fettiges, extrem leckeres, fladenartiges Gebäck; Maandazi, ein süßes Fettgebäck; Sambusa, eine herzhafte Teigtasche gefüllt mit Gemüse oder Hackfleisch und ganz viel verschiedenes Obst. Warum müssen die leckersten Dinge hier in Tansania eigentlich immer in Fett gebacken sein? Also keine Angst, ich werde hier nicht vom Fleisch fallen, obwohl manches andere Essen für meinen Gaumen echt gewöhnungsbedürftig bis ungenießbar ist, aber ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben.



Die Toteninsel (Das ist eine kleine Insel kurz vor Tanga, auf die früher alle Menschen mit ansteckenden Krankheiten verbannt wurden.) fiel leider gegenüber den beiden fantastischen, vorigen Erlebnissen deutlich ab.

Jetzt bin ich zwar immer noch nicht „schwarz“, aber vielleicht schon mal ein Latte Machiato mit Rastas :)


 

«zurück   1 2 3  vor»